Clubmeisterschaft 2016

Clubmeisterschaft 2016

Manfred Strasser ist Clubmeister 2016!

Medaillenregen bei der Clubmeisterschaft

Schon bei der Nennung der Filme gab es die erste Überraschung: 13 Filme begaben sich zum Wettstreit bei der diesjährigen Clubmeisterschaft 2016 in den Ring. – Ein kleiner Schock, für den Zeitplan, die Film-Netto-Laufzeit betrug 251 Minuten. Aber alles der Reihe nach:

Michael Moor hat in bewährter Weise den Zeitplan für den Wettbewerbsablauf ausgearbeitet. Der Beginn der Veranstaltung am 13. Februar war demnach mit 13 Uhr etwas ungewohnt früh angesetzt worden.

Helmut Spreitzhofer begrüßte alle Anwesenden, viele Gäste waren gekommen, letztlich sollten es 34 Anwesende sein.

Nr.1 Die Auslosung ergab, dass Manfred Strassers Spielfilm „Die Fremde“ gleich als Startnummer eins und 70 min Laufzeit in den Wettbewerb einstieg. Er startete, nun zum VÖFA-techn. Delegierten aufgestiegen, die Vorführung. Anfangs gab es Probleme mit der Technik, die Ursache blieb nebulos. Der nach tollem Drehbuch und mit viel Aufwand an Schauspielern und Ausstattung produzierte historische Spielfilm behandelt in Parallelhandlungen Themen, die teils heute noch aktuell sind. Der spannend gestaltete, perfekt gemachte Film mit offenem Ende lässt die lange Laufzeit vergessen.

Nr.2 Beim nächsten Film „Frühling im uralten Kulturland an der Sulm“ entführt uns John Sbaschnigg mit hervorragenden Natur- und Groß-Aufnahmen in die Landschaft an der Sulm.

Im Film Nr. 3 „Aus dem Leben eines Riffs“ hat sich unser Universum-Filmer Helmut Schubert mit einem Vergleich von geordnetem, scheinbar chaotischem Leben der Meeresbewohner in einem Riff zum Leben der Menschen in einer Großstadt auseinender gesetzt. Phantastische Unterwasser-Aufnahmen von „hässlich“ prächtigen Fischen usw. zeichnen diesen außergewöhnlichen Film aus.

Den Film Nr. 4 „Eine neue Sportart“, wieder von „John“ Sbaschnigg, kannten wir bereits aus dem Kurzfilmwettbewerb. Er behandelt den Wettkampf im Stehpaddeln auf einem Surfbrett am Sulmsee.

Im Film Nr. 5 „Null Uhr“ zeigte uns Horst Schimeczek in einem Musikvideo  „After Effects“ Tricks mit einer jungen Tänzerin.

Nach der Pause machten uns die Autorengruppe Helmut Spreitzhofer, Alfred Fuchs und Wolfgang König im Film Nr. 6 „Sonderbare Früchte“ in einer ungewöhnlichen Dokumentation mit der Vorliebe eines Künstlers zum Gestalten von Sesseln bekannt. Er formt nach vorhandenem Stahlrohr-Muster mit Ästen von wachsenden Bäumen in langwierigen Prozessen natürlich aussehende Sessel.

Im Film Nr. 7 „Erschaffen“ von Dieter Leitner entführt uns der Autor in eine Art Alchimistenbude, in der künstliches Leben geschaffen werden soll. Atypisch für Dieter der überraschende Schluss.

Der Film Nr. 8 „Urban Explorer“, wieder von Dieter Leitner, macht uns mit einem Fotografen bekannt, der in alten, teils verfallenen, unbewohnten Häusern und fallweise abgelegenen Gegenden nach ungewöhnlichen Fotomotiven sucht. Ein interessanter Film mit tollen Einstellungen und wie immer perfekt gemacht.

Riki Mairegger lässt uns in ihrem Film mit Startnummer 9 „Sechuan“ in der für sie  typischen Weise an einer Reise durch die für viele unbekannte Gegend in Tibet teilhaben. Ungewöhnliche Bilder mit Menschen, die in einer fast trostlosen Landschaft ihr Dasein fristen.

Den Film Nr. 10 „Lalala“ von Dieter Leitner kannten wir auch schon aus dem Kurzfilmwettbewerb, der das Ausbrechen einer frustrierten Angestellten mit bösartigem Chef in ihre heile Fantasiewelt schildert.

Mit dem Film Nr. 11 „Familie Storch“ stellt sich Toni Faustmann als Sieger des Kurzfilmwettbewerbs der gestrengen Jury aus Johannes Neumann, Michael Moor und Gernot Zenz. Im einleitenden „Ornitologen-Porno“ wie es Gernot Zenz bezeichnete, berichtet uns der Autor dann in weiterer Folge mit tollen Aufnahmen über das Leben einer Storchenfamilie.

Beim Film Nr 12 „Making of, Die Fremde“ gibt uns Alfons Bochmetz aus einem riesigen Pool von Kuriositäten und Hoppalas einen guten Einblick in die Dreharbeiten des Filmes Nr. 1 im Wettbewerb.

Im Film Nr. 13, dem Letzten des Clubwettbewerbes, entführen uns Helmut Spreitzhofer und Wolfgang König zum „Harley Treffen“ am Faaker See in die Welt der teils exzentrischen Biker, die oft mit außergewöhnlichen Outfits und wunderschön heraus geputzten, skurrillen Motorrädern ein friedliches, kameradschaftliches Fest feiern. Beeindruckend ist die abschließende „donnernde“ Motorrad Parade

Danach folgte das Einsammeln der Bewertungsblätter für den Publikumsbewerb, an dem jedes anwesende Clubmitglied teilnahmeberechtigt war. Noten von 7 (bester Film) abwärts waren zu vergeben. Anschließend folgte das Abendessen, das im Gastzimmer im Parterre serviert wurde.

Frisch gestärkt, schritt dann die Jury zur Diskussion der eingereichten Filme. Die Aussagen der Juroren habe ich zwar stichwortweise mitgeschrieben, aber sie in diesem Bericht zu veröffentlichen, würde zu weit gehen und den Rahmen sprengen. Bei der Abstimmung der Filme im Medaillenrang war schon ein erfreulicher Trend erkennbar: 10 der eingereichten 13 Filme hatten sich für die Landesmeisterschaft qualifiziert, ein sensationelles Ergebnis, drei Autoren erreichten ein Diplom. Vielleicht liegt der Grund für die vielen qualitätsvollen Filme auch darin, dass sich in den Diskussionen der Filme des Verbands-Umlaufprogramms immer wieder Positives für die Anwendung bei den eigenen Filmen heraus kristallisiert. Anschließend sind von der Jury die Medaillenränge vergeben worden:

3 Gold-, 4 Silber- und 3 Bronzemedaillen waren das erfreuliche Ergebnis.

Der Film Nr. 1 „Die Fremde“ wurde von Johannes Neumann als Clubmeister vorgeschlagen und der Antrag mit 3:0 bestätigt. Unter großem Jubel der Anwesenden ist Manfred Strasser heuriger Clubmeister. Somit bestätigte sich wieder einmal: Die Starnummer eins ist nicht immer ein Nachteil, vor allem, wenn beim Film alles stimmt.

Nun folgte ein weiterer Höhepunkt des Abends: Die Auswertung der Stimmzettel des Publikumspreises. Nach Verlesung sind die Noten gleich in einen Laptop eingegeben worden. Alle konnten, wie immer über den Beamer auf die Leinwand projiziert, alles mit verfolgen. Nach spannendem Kopf- an Kopf Rennen zwischen den Goldmedaillen Gewinnern der Nr. 1 (Die Fremde) und der Nr. 3 (Aus dem Leben eines Riffs) konnte schließlich Helmut Schubert bei der abschließenden Preisverleihung den Siegerpokal des Publikumspreises unter großem Beifall entgegen nehmen.

Die genauen Ergebnisse sind aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

Nr. Titel Autor min. J1 J2 J3 EW LM SP
1 Die Fremde Strasser Manfred 70 1 1 1 1 x CM 3:0
2 Frühling im uralten Kulturland der Sulm Sbaschnigg Johann 25 D 3 3 3 x  
3 Aus dem Leben eines Riffs Schubert Helmut 31 1 1 1 1 x PP
4 Eine neue Sportart Sbaschnigg Johann 5 D D D D  
5 Null Uhr Schimeczek Horst 3 D D D D  
6 Sonderbare Früchte Spreitzhofer/Fuchs/König 13 3 2 2 2 x  
7 Erschaffen Leitner Dieter 3 2 2 2 2 x  
8 Urban Explorer Leitner Dieter 6 3 3 2 3 x  
9 Sechuan Mairegger Riki 23 2 3 2 2 x  
10 La Lala Leitner Dieter 2 1 1 1 1 x  
11 Familie Storch Faustmann Anton 5 3 D 3 3 x  
12 Making of Die Fremde Bochmetz Alfons 20 D D D D  
13 Harley Treffen Spreitzhofer/König 25 2 3 2 2 x  

J1 = Gernot Zenz, J2 = Michael Moor, J3 = Johannes Neumann
D = Diplom, 3 = Bronzemedaille, 2 = Silbermedaille, 1 = Goldmedaille
CM = Clubmeister; PP = Publikumspreis

Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung, perfekt abgewickelt, mit ausgezeichneten Filmen und einer, in ihren Aussagen gerechten und soweit ich es beurteilen kann, „milden“ Jury, so soll es auch sein.

Herzliche Gratulation den Autoren und die besten Wünsche für eine erfolgreiche Teilnahme an der kommenden Landesmeisterschaft in Leibnitz.

Gernot Heigl

Die Clubmeisterschaft fand am 13.02.2016 im Clublokal in Graz statt.

Veranstalter: 402, Film- und Videoclub Steiermark, Helmut Spreitzhofer: https://www.videoclub.at/

Fotos: Wolfgang König