In lieber Erinnerung an Klaus Klimisch

In lieber Erinnerung an Klaus Klimisch

Am 8. September 2026 ist unser langjähriges Clubmitglied Klaus Klimisch im Alter von 86 Jahren verstorben. Er ist friedlich im Beisein seiner Familie eingeschlafen.

Klaus war bereits vor meinem Eintritt in den Film- und Videoclub Steiermark von 2005 bis 2008 dessen Obmann. Als ich 2009 zum Club kam, hatte er zwar keine Funktion mehr inne, aber ich habe ihn von Anfang an sehr geschätzt. Uns verband unter anderem die Begeisterung für eine damals noch ungewöhnliche Art des Filmens: Wir verwendeten Fotoapparate mit großen Sensoren und Wechselobjektiven, während im Club überwiegend mit Camcordern gearbeitet wurde. 2010 entstand daraus unser gemeinsamer Film „Filmlook – Video mit der Knipse“.

Klaus war ein experimentierfreudiger Filmer mit einer ganz eigenen künstlerischen Handschrift. Seine Filme waren technisch oft außergewöhnlich, doch seine Experimente waren nie Selbstzweck. Verfremdungen, Effekte und ungewöhnliche Bildgestaltung dienten immer der Geschichte und der Aussage seiner Filme.

Später, als das Filmen mit schwerem Equipment für Klaus schwieriger wurde, widmete er sich mit seiner Frau Inge verstärkt seinem kleinen Garten und der Malerei. Auch daraus entstand wieder ein Film: „Art Abstract – Ausschnitte meiner Gemälde“, in dem er seine abstrakten Bilder durch Bewegung und digitale Bearbeitung regelrecht zum Leben erweckte.

Seine besondere Neugier blieb ihm bis zuletzt erhalten. Als die Möglichkeiten der generativen künstlichen Intelligenz aufkamen, beschäftigte sich Klaus intensiv damit und begann, damit eigene Filme zu gestalten. Bei den VÖFA-Meisterschaften der letzten Jahre zeigte er, dass er auch im hohen Alter bereit war, sich auf völlig neue technische und künstlerische Wege einzulassen. Für „2 Welten – Monet und Bosch“ erhielt er 2025 bei der Staatsmeisterschaft eine Bronzemedaille und den „Visionary AI Award“.

Noch vor wenigen Wochen war Klaus bei unserem Sommertreffen dabei. Er arbeitete zuletzt an einem Spielfilm „Rosi & Jack“, den er mithilfe künstlicher Intelligenz gestalten wollte. Fertigstellen konnte er ihn leider nicht mehr. Vielleicht gelingt es uns dieses unvollendete Werk im Rahmen eines Clubabends, der ganz den Filmen und der Erinnerung an Klaus gewidmet sein wird, zu zeigen und damit noch einmal etwas von jener Neugier zu erleben, die Klaus sein ganzes Leben begleitet hat.

Klaus wird uns als Filmer, Künstler, Tüftler und vor allem als freundlicher und neugieriger Mensch fehlen.

Susanne und ich haben Klaus und Inge leider viel zu selten besucht. Umso lieber erinnere ich mich an die gemeinsamen Stunden bei Kaffee und Brettspielen bei ihnen zu Hause und an unsere Gespräche über Filme und Technik und an seine Begeisterung für immer wieder neue Ideen.

Da die Familie von Klaus darum gebeten hat, von Beileidsbesuchen Abstand zu nehmen, möchte ich seinen Angehörigen und vor allem Inge, auch im Namen der Clubmitglieder herzliches Beileid wünschen. Lieber Klaus, danke für die vielen gemeinsamen Jahre, deine Filme, deine Ideen und deine Freundschaft.
Wir werden dich in unserem Club in lieber Erinnerung behalten.

Dieter Leitner
Obmann des Film- und Videoclubs Steiermark


Das Lebenswerk von Klaus Klimisch

Die folgenden Worte hat Klaus Klimisch selbst verfasst. Sie geben auf besondere Weise wieder, wie er auf sein eigenes künstlerisches und technisches Schaffen zurückgeblickt hat.


Und hier sind noch einige Bilder von Klaus, der immer gerne und aktiv am Clubleben teilgenommen hat: