Reinhold Wurm ist Landesmeister 2026
Am 20. und 21. März fand im Spiel!Raum der Musikschule Kapfenberg das Festival der Steirischen Film-Autoren 2026 – Die Landesmeisterschaft der Region 4 vom Verband Österreichischer Film-Autoren statt. Das Festival bot einen umfassenden Überblick über das aktuelle Filmschaffen der steirischen Autoren und überzeugte durch eine insgesamt gute Vorführ- und Tonqualität.
Nach der Eröffnung durch den Klubleiter vom Filmklub Kapfenberg, Günther Agath, sowie Grußworten von R4-Regionalleiter Erich Cipoth und VÖFA-Präsident Richard Wagner startete das dicht gedrängte Filmprogramm. Die fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Egon Stoiber bewertete die 28 eingereichten Filmbeiträge nach dem bekannten Rang-System – Gold, Silber, Bronze, Diplom und Teilnahme.
Die Jury: J1: Ernst Thurner (R5), J2: Friedrich Gamper (ZJ) (R4); J3: Egon Stoiber (JV) (R2), J4: Yasemin Hickl (GJ) (R1) und J5: Heinz Martinek (R3) vergaben 3 Gold-, 10 Silber- und 13 Bronzemedaillen sowie 2 Diplome. Hier die Ergebnisliste als PDF.
Mit Gold ausgezeichnet wurden drei Filme, denen ich an dieser Stelle herzlich gratulieren möchte:
„Schauen ins Licht einer anderen Welt“ von Reinhold Wurm (FK Kapfenberg) – ausgezeichnet für eine bemerkenswerte Dokumentation,
„Lebensraum Kiesgrube – Paradies aus zweiter Hand“ von Wolfgang Stradner (FVK Leibnitz) und Karl-Heinz Neumeister – ausgezeichnet für eine bemerkenswerte akustische Gestaltung und
„TO’AK Experience Chocolate“ von Arnold Felfer (FVC Pöls) – ausgezeichnet für eine bemerkenswerte Bildgestaltung.
Dem Steirischen Landesmeister 2026, Reinhold Wurm mit „Schauen ins Licht einer anderen Welt“, gratuliere ich ganz besonders herzlich. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur die filmische Qualität, sondern auch die inhaltliche Tiefe und die eindrucksvolle Umsetzung des Themas.
Unser Film- und Videoclub Steiermark war mit 10 Filmen vertreten:
|
Nr. |
Film |
Min. |
Autor |
LM-R4-2026 |
|
20 |
01:50 |
Silber |
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|
23 |
03:55 |
Silber |
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|
27 |
02:40 |
Silber |
||
|
29 |
02:37 |
Silber |
||
|
5 |
05:22 |
Bronze |
||
|
7 |
16:31 |
Bronze |
||
|
9 |
14:55 |
Bronze |
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|
14 |
11:40 |
Bronze |
||
|
17 |
15:54 |
Bronze |
||
|
1 |
03:20 |
Diplom |
Besonders erfreulich aus meiner persönlichen Sicht: Alle vier von mir eingereichten Filme wurden jeweils mit Silber bewertet und haben sich damit geschlossen für die Staatsmeisterschaft qualifiziert. Für „OFFLINE – but connected“ wurde zudem ein Sonderpreis für eine bemerkenswerte Idee vergeben.
Außerdem wurden Peter Zink vom FVK Leibnitz und ich, im Rahmen der Siegerehrung, mit dem VÖFA Verbandsehrenzeichen in Silber für Verdienste um den Österreichischen nicht-kommerziellen Film ausgezeichnet. 🙂
In den vergangenen Jahren hat sich der Verband intensiv darum bemüht, die Festivals weiterzuentwickeln und insbesondere die Jurydiskussionen offener und dialogorientierter zu gestalten. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Entwicklung ist es, die Autoren aktiv in die Besprechungen einzubinden und dem Publikum Einblicke in die Entstehungsgeschichten der Filme zu ermöglichen.
Bei der diesjährigen Veranstaltung wurde auf dieses Format jedoch verzichtet. Die Jury saß geschlossen auf einer erhöhten Bühne, wodurch die Besprechungen eher den Charakter eines klassischen Bewertungsgremiums hatten. Zudem war der zeitliche Rahmen sehr knapp bemessen, sodass oft nur einzelne Wortmeldungen möglich waren und kein vertiefender Austausch zustande kam.
Gerade darin liegt aus meiner Sicht eine vergebene Chance. Die Filmbesprechung ist ein zentraler Bestandteil eines solchen Festivals – nicht nur zur Bewertung, sondern vor allem als Möglichkeit zur Weiterentwicklung und zum gemeinsamen Lernen.
Ein konkretes Beispiel dafür war die Besprechung meines Films „UNSER LICHT“. Hier wurde lediglich ein einzelner Aspekt – die starke Erzählweise über die Tonebene – negativ angesprochen. Andere wesentliche Gestaltungselemente, wie die visuelle Metaphorik, die Arbeit mit Naturgewalten als Sinnbild für seelische Zustände, sowie Musik und schauspielerische Leistung, blieben unerwähnt. Gerade diese Vielschichtigkeit hätte eine vertiefende Diskussion verdient.
Auch organisatorisch stellt sich die Frage, ob durch eine andere Zeitplanung (etwa einen früheren Beginn am Freitag) mehr Raum für diese wichtigen Gespräche hätte geschaffen werden können.
So bleibt insgesamt ein Festival mit vielen sehenswerten Filmen, engagierten Teilnehmern und guter technischer Umsetzung. Gleichzeitig wäre es wünschenswert, den eingeschlagenen Weg hin zu mehr Dialog und Austausch konsequent weiterzugehen, um das volle Potenzial dieser Veranstaltungen auszuschöpfen.
Abschließend gilt dem ausrichtenden Filmklub Kapfenberg ein herzlicher Dank für die Organisation und die gelebte Gastfreundschaft während der gesamten Veranstaltung. Besonders hervorzuheben ist auch das ausgezeichnete kulinarische Angebot im Restaurant Bachstelze im 4-Sterne-Hotel Böhlerstern, das zum gelungenen Rahmen des Festivals beigetragen hat.
Mit Blick auf die bevorstehende VÖFA Staatsmeisterschaft 2026 wünsche ich allen qualifizierten Teilnehmern viel Erfolg.
Bericht und Fotos: Dieter Leitner



















































