Beim Clubabend am 7. Mai 2026 durften wir einen ganz besonderen Gast begrüßen: Alfred Ninaus, prominenter Filmproduzent und Regisseur aus der Steiermark. Wir hatten ihn schon einmal bei uns zu Gast, aber es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn Alfred Ninaus so ganz frei von der Leber weg seinen Werdegang mit Höhepunkten und Problemen auf seine unnachahmliche Art schildert.
Vor dem Start des von ihm für den Clubabend ausgesuchten Film aus der ORF- Serie „Traumschlösser und Ritterburgen“: „Dubrovnik – Stadt der Mauern und Mythen“ , berichtete er von seiner Besessenheit Filmer zu werden, welche Mühe es ihn gekostet hat, als „armer Steirer-Bua“ aus Waltersdorf das Film-Handwerk zu erlernen und das immens teure Equipment zu erwerben. Doch mit eisernem Willen schaffte er es schließlich, auch mit Hilfe eines Sponsors, der ihn uneigennützig unterstützte. Alfred Ninaus schilderte, wie schwierig es war, im Filmgeschäft Fuß zu fassen, Geld aufzutreiben und welche Unverfrorenheit er brauchte, um Kontakte mit Polit-Prominenz und Managern beim ORF aufzubauen.
In seinen Filmen beschäftigte er sich anfangs hauptsächlich mit gesellschaftskritischen und Tabu-Themen. Mit dem, auf einer wahren Begebenheit beruhendem Spielfilm „Lauf Hase lauf“ gelang ihm 1979 der Durchbruch.
1982 gründete er die RAN-Film – seine eigene Produktionsfirma. Er produzierte in der Folge viele Spiel- und Dokumentarfilme für den ORF, die RAI Bozen, BR Alpha, 3sat und Servus TV, bei denen er auch Regie führte. So entstanden Zeitdokumente der Universum-History-Reihe über die Habsburger, über österreichische Täler, Landschaften, Persönlichkeiten und Bauwerke. 2018 übergab Alfred Ninaus die Firma an seine beiden Kinder Matthias und Stephanie, die sehr erfolgreich in die Fußstapfen ihres Vaters traten und 2025 sogar eine Niederlassung in Los Angeles gründeten.
Etwas verspätet startete Günther Niederl den bereits angekündigten Film über Dubrovnik. Es war ein grandioser Film, der die vielen alten, schön restaurierten Bauwerke mit Drohnen aus der Luft und von schönen Aussichtspunkten aus, eindrucksvoll ins Bild gesetzt zeigte. Erklärt wurde in Kommentaren von einheimischen Historikern und Fremdenführern auf kroatisch, überblendet in deutscher Übersetzung.
Anschließen ergab sich noch eine rege Fach-Diskussion über den Film, die Kamera-Arbeit mit Drohnen, dem passenden Licht und die Schlepperei des Equipments über die vielen Stiegen. Ferner über die Post-Produktion, wie Schnitt, Sprecher, zeitliche Synchronisation der kroatischen Erklärungen, deren Übersetzung und Einpassen in die Länge des Film-Clips. Alfred Ninaus berichtete auch über die diversen, teils ausgefallenen Wünsche der Auftraggeber nach ersten Filmpräsentationen. Kurz angerissen wurden auch Szenen seines Jubiläumsfilmes, den wir vielleicht beim nächsten, bereits versprochenen Abend mit ihm sehen werden dürfen.
Die Zeit verging viel zu schnell, das übliche Ende des Clubabends wurde kräftig überzogen. Doch es war ein gelungener Abend, den uns Alfred Ninaus bot, bei dem die Anwesenden tolle Filme sehen und ein wenig hinter die Kulissen von Filmprofis blicken konnten.
Bericht: Gernot Heigl
Fotos: Reinhard Kasparek



