Walser Filmtage 2015

Walser Filmtage 2015

Dieter und Susanne besuchten die „6. Walser Filmtage“ in Wals.

Von Freitag, dem 23., bis Montag, dem 26. Oktober, laden Viktor Kaluza und sein Team vom Film- und Videoclub Wals-Siezenheim zu den 6. Walser Filmtagen ein.

Wir kommen am Freitag erst in der Nacht an und versäumen daher den ersten Filmblock. Gesamt  werden 50 Filme aus den Genres Doku, Spielfilm, Reisefilm, Musikvideo und Animation gezeigt. 33 der Filme kommen aus Österreich, 11 aus Deutschland, 2 aus Slowenien und 2 aus Italien. Darüber hinaus sind unter den Beiträgen auch ein Film aus England und ein Film aus dem Iran. Filme von Filmakademien werden nicht separat gewertet.

Die Jury besteht aus dem Juryleiter Erich Riess (OÖ), Jacqueline Pante (IT), Christa Wolfrum (Wien), Hannes Schobesberger (OÖ), Paul Stepanek (Wien) und Ersatzjurorin Eva Riess (OÖ).

Es steht genug Zeit für eine ausführliche Besprechung der Filme zur Verfügung. Trotz Erstwertung ist sich die Jury bei vielen Filmen sehr uneinig. Jacqueline Pante wertet anfangs sehr streng und passt ihre Wertung erst im Laufe der Zeit eher an die der anderen Juroren an. Während sie zu Beginn nur die positiven Aspekte eines Films anspricht passen später ihre Besprechungen auch besser zu ihrer jeweiligen Wertung.

Bei den Walser Filmtagen gibt es noch das System der Erst- und Endwertung, was wir stark befürworten, da Diskrepanzen zwischen Besprechung und Wertung sofort auffallen. Rückmeldung  und Kritik der Jury bringen dem Autor nur dann etwas, wenn sie auch zur Wertung passen. Trotz unterschiedlicher Meinungen gefallen uns die Kommentare der Jury sehr gut. Kompetent, wortgewandt und witzig machen sie die Besprechungen unterhaltsam und kurzweilig.

Die Bachschmiede ist ein toller Veranstaltungsort. Vom Buffet über den Saal bis zur Qualität von Bild und Ton bleiben keine Wünsche offen. Leiter der Technik ist Helmut Ragowskj. Alle Filme werden in 1080 50i umgerechnet und aus einer Timeline vom PC abgespielt. Meine Befürchtung, dass das Umrechnen meinen 1080 25p Filmen nicht gut tut, bewahrheitet sich nicht. Die Filme werden astrein wiedergegeben. Den Filmen, die von Autoren als DVD eingereicht worden sind, sieht man aber  ihre geringere Auflösung an.

Die Jury vergibt einen Hauptpreis, den Preis des VÖFA,  7 Sonderpreise, 3 Goldmedaillen, 17 Silbermedaillen, 26 Bronzemedaillen und 4 Diplome.

Hauptpreise, Goldmedaillen und  Sonderpreise gehen an:

Realität und Wirklichkeit“ von Heinz Wagner (NÖ) – ein philosophischer Text, der von stimmungsvollen Bildern untermalt wird – erhält den goldenen Walser Birnbaum als Hauptpreis für den besten Film des Festivals, den Preis des VÖFA für den besten österreichischen Film sowie den Sonderpreis für einen bemerkenswerten Schnitt.

Bahar (Frühling)“ von Ali Pourissa (IRAN) – ein Familiendrama über eine Frau, die versucht über den Tod ihres ungeborenen Kindes  hinweg zu kommen – erhält eine Goldmedaille und die Sonderpreise für eine bemerkenswerte Darstellerin und eine bemerkenswerte Regie.

Dein Frieden“  von Dieter Leitner (STMK) – ein Fantasy-Film zum Thema  Ziele und Wertschätzung – erhält eine Goldmedaille und den Preis für eine bemerkenswerte Idee .

Das Tor zum Irgendwo“  von Anton Wallner (DEU) – eine Reisedokumentation über Totenverbrennung in Nepal – erhält den Preis für eine bemerkenswerte akustische Gestaltung.

Woodcarver“  von Tomo Novosel (SLO) – ein Spielfilm über einen zu Unrecht beschuldigten Lehrer, der sich als Holzschnitzer in den Wald zurückgezogen hat – erhält den Preis für einen bemerkenswerten Darsteller.

Eine Arbeit für Jahrzehnte“ von Franz Bischof (STMK) – eine Dokumentation über einen Kirchturm, der ein neues Holzschindeldach bekommt – erhält den Preis für eine bemerkenswerte Kamera.

Wir freuen uns über die Goldmedaille und den Sonderpreis für „Dein Frieden“ und über die beiden Bronzemedaillen für „Aurum“ und „Ums rauschende Wasser“.

Zwei weitere Erfolge von  Autoren aus dem Film- und Videoclub Steiermark sind die Bronzemedaillen für „Utahs Nationalparks“ von Johann Sbaschnigg und „Aus dem Berg in den Tag“ von Manfred Strasser.

Am letzten Tag, nach der öffentlichen Schlussbesprechung und Endwertung der Jury sehen wir noch 8 Filme im Minutencup. „Der Liebhaber“ – ein Gemeinschaftsprojekt vom FVC Villach setzt sich in der letzten Runde gegen „Kehrt um…“ von Leo Waltl vom Filmklub Fieberbrunn durch und gewinnt die Publikumswertung.

Wir gratulieren ganz herzlich allen Preisträgern und freuen uns mit Renate und Heinz Wagner über deren Erfolg.

Das Festival war leider nicht besonders gut besucht und wir würden uns wünschen, dass uns nächstes Jahr einige Clubkollegen dorthin begleiten. Wir werden auch bei den 7. Walser Filmtagen 2016 dabei sein und freuen uns schon unsere Filmfreunde dort wieder zu treffen.

Liebe Grüße
Dieter Leitner

Fotos: Dieter Leitner