Qualifikation und Bewertung

Die Bewertung der Filme bei der Staatsmeisterschaft erfolgt entsprechend den Wettbewerbsbestimmungen des Verbandes Österreichischer Film-Autoren (VÖFA).

Qualifikation

Die Qualifikation der Filme zur Staatsmeisterschaft erfolgt über Clubwettbewerbe und über sechs Regionalwettbewerbe  (Landesmeisterschaften) desselben Jahres oder des Vorjahres. Dabei werden die Filme durch eine fünfköpfige Jury bewertet. Jene Filme, die bei einer Landesmeisterschaft einen 1. Platz oder einen 2. Platz mit einem Abstimmungsergebnis von 5:0 oder 4:1 erreichen, werden direkt zur Staatsmeisterschaft zugelassen, bei einem Abstimmungsergebnis von 3:2 können sich Filme in einer zweiten Abstimmung noch qualifizieren. Die zugelassenen Filme dürfen noch bei keiner Staatsmeisterschaft vorgeführt worden sein. Üblicherweise  nehmen nach diesem Modus ca. 50 bis 55 Filme aus unterschiedlichsten Genres (Dokumentation, Reportage, Spielfilm, Phantasiefilm, Experimentalfilm etc.) an der Staatsmeisterschaft teil.

Vorführung

Die Vorführreihenfolge dieser qualifizierten Filme wird öffentlich ausgelost. Die Vorführung der Filme erfolgt während der Veranstaltung in Filmblöcken zu je 4 bis 7 Filmen. Eine fünfköpfige Jury bespricht unter der Leitung des Jurypräsidenten nach jedem Filmblock in einer öffentlichen Sitzung die gezeigten Filme. Nach der Besprechung kann der Autor des Films, sofern er anwesend ist, ein 100 Sekunden langes Statement zu seinem Film abgeben.

Schlussbesprechung

Nach Abschluss aller Filmblöcke werden sämtliche Filme in der Schlussbesprechung abschließend bewertet. Die Jurymitglieder halten Tafeln mit den möglichen Bewertungsstufen hoch. Dabei werden die Stufen D, 3, 2 und 1 unterschieden. D für Diplom als eine Art Anerkennung. 3, 2 und 1 stehen für Bronze-, Silber- und Goldmedaillen. Die Entscheidung wird mit einfacher Mehrheit nach Platzziffern getroffen. Es ist zulässig, dass mehrere Filme die gleiche Bewertungsstufe erhalten.

Film-Autoren, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nehmen an der Jeunesse-Wertung teil, bei der die Plätze 1 bis 3 vergeben werden.

Abschließend muss die Jury noch aus den Goldmedaillen den Staatsmeister als besten Film des Wettbewerbes öffentlich ermitteln. Dabei kann jedes Jurymitglied einen Film als Staatsmeister vorschlagen – die vorgeschlagenen Filme werden zur Abstimmung gebracht, die einfache Mehrheit entscheidet.

Darüber hinaus werden nach dem gleichen Verfahren nicht öffentlich der Preis der Jury und andere Sonderpreise vergeben.

Bewertungskriterien

Die Bewertung der Filme durch die Jury erfolgt anhand zweier wesentlicher Kriterien, nämlich dem INHALT im weitesten Sinne (auch geistiger Wert genannt) und der FILMISCHEN UMSETZUNG (auch künstlerischer Wert genannt). Bei der Bewertung des Inhalts sind insbesondere die Themenwahl, die Idee, die Aussage des Filmes, sein Informations-, Unterhaltungs- oder emotionaler Wert, der gesellschaftskritische Bezug, die Allgemeingültigkeit, die Wichtigkeit oder der Aktualitätsbezug des Themas heranzuziehen. Bei der Beurteilung der filmischen Umsetzung geht es vor allem um die Anwendung der filmischen Mittel (Dramaturgie, Bildsprache, Symbolik, Kameraführung und Bildgestaltung, Montage und Schnitt, Lichtgestaltung, Regie, Schauspieler, Musik, etc.), das handwerkliche Können (Filmtechnik) und den Gesamteindruck.

Da nicht bei allen Kategorien von Filmen dieselben Kriterien für die Bewertung in gleicher Gewichtigkeit angewendet werden können, kann es von Film zu Film zu einer Revision der Wertigkeit der Kriterien zueinander kommen.