Kleine Geschichte unseres Clubs

Mit Bescheid vom 8. Oktober 1954 wurde die Gründung des – damals – „Steirischen Schmalfilmklubs“ mit Sitz in Graz von der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Steiermark genehmigt, mit der „Verpflichtung, ein freies und unabhängiges Österreich zu stärken und zu erhalten……“. Damit zählt unser Club zu einem der ältesten Filmclubs in Österreich.

Gründungsbescheid Steirischer Schmalfilmklub 1954

Gründungsbescheid Steirischer Schmalfilmklub 1954

Gründungsvater und erster Obmann war unser im 97. Lebensjahr verstorbenes Ehrenmitglied Prof. Dr. Otmar Koren, dem es gelang, einige Filmamateure für das in der Nachkriegszeit wenig verbreitete Steckenpferd der Schmalfilmerei zu begeistern und zu einem Club zusammenzuschließen. Dr. Koren blieb bis zu seinem Ableben mit unserem Club verbunden.

Clubgründer KommRat. Prof. Dr. Koren

Clubgründer KommRat. Prof. Dr. Koren

Die Clubabende fanden damals alle 14 Tage, im Laufe der Zeit wechselnd, in verschiedenen Gaststätten, so u.a. im „Hotel Erzherzog Johann“, im ehemaligen „Steirerhof“ und in der „Gösser Bräu“ in Graz statt.

Als Dr. Koren berufsbedingt nach Wien übersiedelte, übernahm Dr. Hermann Selbacher 1963 die Leitung unseres Clubs. Er verstand es, die Mitglieder zu immer besseren Filmen anzuspornen, sodass das Niveau der Filme ständig stieg. Als 1964 der Verband Österreichischer Filmamateure (VÖFA) – heute Filmautoren – gegründet wurde, war unser Club als damals zweitgrößter Club in Österreich selbstverständlich von Anfang an dabei und bei der Gründungssitzung in Mürzzuschlag durch unseren Klubleiter und den damaligen Schriftführer Hubert Krusche vertreten.

Dr. Selbacher (Mitte) mit VÖFA-Präsident Dr. Hackl (li) bei der Gründung des VÖFA 1964

Dr. Selbacher (Mitte) mit VÖFA-Präsident Dr. Hackl (li) bei der Gründung des VÖFA 1964

Ab 1970 leitete Albert Moor ganze 31 Jahre lang die Geschicke des Clubs, dies auch mit tatkräftiger Unterstützung seiner Frau Gerlinde. Unter seiner Leitung wurde 1977 mit Hilfe von Sponsoren und dank vieler freiwilliger Arbeitsstunden der Mitglieder ein eigenes Clubheim im Gasthof Dokterbauer in Graz-Straßgang errichtet, das alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Clubleben bot. Clubabende fanden damals wöchentlich, jeweils Dienstag statt. Zeitweise zählte der Club über 70 aktive Mitglieder.

Der Club organisierte in dieser Zeit neben Sonderwettbewerben und mehreren Landesmeisterschaften auch vier Mal die Staatsmeisterschaft des VÖFA in Graz (1974, 1978, 1984, 1995).

Albert Moor war stets bedacht, mit anderen österreichischen Filmclubs freundschaftliche Beziehungen zu pflegen. So fanden regelmäßige Clubtreffen mit Kremser und Linzer Filmfreunden statt. Große Delegationen unseres Clubs besuchten die Staatsmeisterschaften und sogar die UNICA, die Weltmeisterschaften der Amateurfilmer. Ab 1985 bis 1994 war Albert Moor auch viele Jahre als Leiter der Region 4 tätig und gehörte in dieser Funktion dem Verbandsvorstand an. 1994 wurde er für seine Verdienste mit dem VÖFA-Ehrenring in Gold ausgezeichnet. In diese Zeit fiel auch der Beginn des schrittweisen Umstiegs vom Super-8 bzw. 16-mm Filmen auf Video. 13 begeisterte Videofilmer aus unseren Reihen ergriffen die Initiative und trieben durch Vorfinanzierung die Installation einer digitalen Schnittanlage und später eines Video-Beamers voran. Dadurch konnte der Weiterbestand des Clubs gesichert wurde. Diesem Trend Rechnung tragend, wurde der „Steirische Schmalfilmklub“ schließlich 1987 in „Film- und Videoclub Steiermark“ umbenannt.

Anlässlich der Übergabe der Clubleitung an seinen Nachfolger Thomas Schauer wurde Albert Moor für sein 31-jähriges erfolgreiches Wirken die Ehrenpräsidentschaft unseres Clubs verliehen. Auch danach blieb er dem Club noch als Mitglied und regelmäßiger Besucher der Clubveranstaltungen bis ins hohe Alter treu. Albert Moor verstarb nach über 60jähriger Mitgliedschaft im Februar 2017 im 92. Lebensjahr.

Ehrenpräsident Albert Moor 2001

Ehrenpräsident Albert Moor 2001

Ab 2001 stand dann Thomas Schauer unserem Club vor. Das Clublokal wurde in den Dombräu in der Grazer Innenstadt und später in das Gasthaus „Zum Goldenen Hirschen“ in Graz-Andritz verlegt. In dieser Zeit feierte unser Club 2004 auch sein 50jähriges Bestandsjubiläum. Als Thomas Schauer beruflich nach Wien übersiedelte, übernahm ab 2005 Klaus Klimisch die Leitung unseres Clubs. Unter seiner Leitung veranstaltete unser Club u.a. im Jahre 2006 die Landesmeisterschaft der Steirischen Filmautoren in Graz. Ihm folgte im Jahre 2008 Peter Leskoschek als Clubleiter. Ab 2010 leitete Helmut Spreitzhofer die Geschicke unseres Clubs. Er legt den Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf Weiterbildung in Form von Seminaren und auf Gemeinschaftsprojekte. Wichtig war ihm auch ein gutes Klima unter den nunmehr 32 Mitgliedern. Die steirische Landesmeisterschaft wurde in den Jahren 2011 in Weiz und zuletzt 2015 anlässlich des 60jährigen Bestandsjubiläums in Eggersdorf bei Graz organisiert.

Nach dem plötzlichen Tod unseres Clubleiters Helmut Spreitzhofer im August 2016 übernahm sein Stellvertreter Rudi Bischoff interimistisch die Leitung des Clubs. Im Rahmen der Generalversammlung im Jänner 2017 wurde erst kürzlich Johannes Neumann zum neuen Clubleiter gewählt.

Wir treffen uns nunmehr jeden ersten und dritten Donnerstag des Monats im Gasthaus „Zum Goldenen Hirschen“ in Graz-Andritz. Unser Club steht natürlich allen Filmbegeisterten offen. Alle Informationen über unseren Club, unser Clubleben und das aktuelle Programm finden Sie stets aktuell auf dieser Web-Seite unter www.videoclub.at.

In seiner langen Geschichte brachte unser Club eine Reihe erfolgreicher Filmer hervor, deren Werke bei diversen nationalen und auch internationalen Wettbewerben mit Preisen bedacht wurden. So stellt unser Club eine Reihe von steirischen Landesmeistern (Dr. Truck und Anton Reiter, Hans Renner, Helmut Schubert (5x), Hans Georg Dermouz, Reinhold Wurm (3x), Maximilian Stuhlpfarrer, Gernot Heigl, Thomas Schauer, Rudi Bischoff, Dieter Leitner (3x)) und 1988 mit Helmut Schubert und seinem Film „Wunder des Werdens“ auch den Staatsmeister.

Mögen der Gemeinschaft unseres „Film- und Videoclubs Steiermark“ noch viele weitere Jahre erfolgreichen Schaffens beschieden sein. Ad multos annos!